DURCH GEWESENE DEUTSCHE DÖRFER DES BANATS (6)
S a c k e l h a u s e n

Sackelhausen (heute: Sacalaz), von seinen deutschen Bewohnern liebevoll Sacklas genannt, war einst als der größte “Milchlieferant” Temeschburgs bekannt. Die „Milchfratschlerinnen“ versorgten unzählige Stadtbewohner schon früh am Morgen mit Milch und Milchprodukten direkt im Haus. Doch 1945 zog auch hier der Sozialismus ein, und damit ist auch hier der Niedergang einer einst reichen banater Ortschaft eingeleitet worden.

1941 wurden hier 4.030 Deutsche gezählt, sie machten bis 1944  98 Prozent der Bevölkerung Sackelhausens aus. Bei der Volkszählung von 1972 hatte der Ort 4.190 Einwohner, die Zahl der Deutschen wurde aber nicht veröffentlicht. 1981 lebten hier noch rund 1.200 Deutsche, von denen bis 1989 nur noch etwa 200 im Heimatort verblieben sind. Im März 1990 gab es hier nur noch 30 „Neue Banater Zeitung“ (NBZ)-Abonnenten. 1992 lebten im einstigen fast reinen banat-schwäbischen Dorf nur mehr 30 Deutsche, die wohl sehr verblüfft gewesen sein dürften, als sie nach der Volkszählung vom 7. Januar 1992 erfuhren, dass sie eigentlich 79 wären. So viele Dorfbewohner haben sich eigentlich hier dem Deutschtum angehörig erklärt. Ja, was macht man heute nicht alles, um in Deutschland aufgenommen zu werden?

Über den Zerfall der deutschen Dorfgemeinschaft Sackelhausens berichtete auch Grete Lambert am 1. November 1991 in der NBZ. 1986 wurde wegen der geringen Schülerzahl die deutsche Sektion des hiesigen Lyzeums aufgelöst, 1987 folgte dann die Auflösung der Grundschulklassen. Seitdem fand hier auch keine Kirchweih mehr statt. Den Kirchenchor repräsentierte damals nur noch Frau  Hummel, die aber auch schon auf gepackten Koffern saß. Einen Seelsorger hatten die deutschen auch nicht mehr, die Sonntagsmesse wurde vom Pfarrer des Temeschburger Stadtviertels Mehala gehalten. Die Autorin der Reportage stellte damals fest, dass auch die Deutschen, die in Sackelhausen bleiben  wollten, schließlich wegen der Diskriminierung, der sie auch nach den Dezemberereignissen von 1989 ausgesetzt waren, gehen mussten. Sie wurden niemals als gleichberechtigte  Bürger mit den Rumänen, die aus der Moldau und aus Nordsiebenbürgen zugezogen waren, betrachtet. Dies fühlten sie am stärksten bei der Bodenverteilung. Man hat ihnen die Rückgabe des Bodens ganz einfach verweigert, ja sogar bei der Verteilung der Hilfspakete aus Deutschland wurden sie ausgeschlossen. So hatte man auch jene fortgetrieben, die gerne geblieben wären. Dafür pumpt aber die Regierung der BRD  auch weiterhin Millionen DM nach Rumänien mit der Hoffnung, doch noch einige Dutzend Volksdeutsche vom Mutterland fernhalten zu können.

Auch in Sachen „Jubiläumsfeier“ hat sich so einiges geändert. 1965 feierte man noch (mit der Zustimmung der Rumänischen Kommunistischen Partei) das 200. Jubiläum der Ansiedlung der Deutschen in Sackelhausen. Aus einem Bericht von Simona Alba in der NBZ erfährt man, dass am 15. Dezember 1992 das 600-jährige Jubiläum der dokumentarischen Attestierung Sackelhausens gefeiert wurde. In der damaligen antideutschen Stimmung im Dorf war es auch selbstverständlich, dass Deutsche an den Feierlichkeiten nicht mehr teilnahmen. Um diese Stimmung weiter anzuheizen, betonte man während der Feierlichkeiten die 1765 stattgefundene „Vertreibung der Rumänen durch den Deutschen“. Dass Zakal, wie die  Siedlung bei ihrer Gründung hieß, anfangs von Ungarn bewohnt war, ist selbstverständlich nicht erwähnt worden, auch nicht, dass nach der Vertreibung der Türken durch Prinz Eugen von Savoyen die „rumänische Siedlung“ Zakahaza aus 66 leeren Häusern bestand und dass es bis 1723-25 dabei blieb. Erst 1761 zogen in diese Häuser walachische Viehzüchter ein.  Kaiserin Maria Theresia wusste aber, was deutsche Politiker nicht begreifen wollen: Das Beisammensein verschiedener Völker und Kulturen in einem engen geographischen Raum ist nur ein ständiger Zündstoff für soziale und ethnische Unruhen. Aus diesem Grund ließ sie die wenigen hier hausenden Walachen nach Torak neben Groß-Betschkerek (heute: Zrenjanin in Jugoslawien) umsiedeln. Die „deutsche“ Reporterin Simona Alba schildert wie folgt die Geschehnisse jener Zeiten: „ ... Die 60 Sackelhausener Familien (die umgesiedelten Walachen – Anm. d. Verf.) protestierten gegen die Ungerechtigkeit ... . Aber der Wiener Hof war dagegen, dass unter den Deutschen auch Walachen leben sollten. Bis zum Schluss musste Gewalt angewendet werden, um die rumänische Bevölkerung aus dem Ort zu entfernen. Die Bewohner, die nach Torak auszogen, konnten schwer ihre alte Heimat vergessen und benannten bis 1780 diese Ortschaft Sackelhausen“ (eigentlich nannten sie den Ort Sakelusch – Anm. d. Verf.).

Nun berichtet das Temeschburger rumänische Wochenblatt „Agenda“ am 7. November 1992 einiges aus dem wirtschaftlichen Leben des nun zur „rein rumänischen Ortschaft“ gewordenen Sackelhausen und der dazu gehörenden rumänischen Dörfer Groß- und Klein-Beregsau. Schon in der Einleitung beklagt sich der Berichterstatter V. G. über mangelndes Kapital, weshalb sich die Privatisierung noch immer in der Anfangsphase befinden soll.

Als die wichtigsten privatisierten Wirtschaftseinheiten werden die vier Landwirtschaftsvereine betrachtet: „Beregsana“ (Die Beregsauerin) und „Libertatea“ (Die Freiheit) aus Groß-Beregsau mit 1.100 bzw. 250 ha Ackerboden, „Sacalazeana“ (Die Sackelhausenerin) mit 450 ha in Sackelhausen und „Victoria“ (Der Sieg) mit 280 ha in Klein-Beregsau. All diese bauen Getreide und Kulturpflanzen an. Zu den „industriellen“ Produktionseinheiten des Ortes zählen die Firma „S. C. Cadariu“, die Tortenblätter und Speiseeisschalen erzeugt und eine „Auto-Service-Werkstatt.

Zum Handelsnetz der Gemeinde zählt man unter anderen die Bäckerei „J+J=Lotus 2000“ aus Groß-Beregsau, die ihre Erzeugnisse auch selbst verkauft. Die Temeschburger Firma „Lotus“ hat in Sackelhausen eine Boutique eröffnet, wo man Kleider, Schuhe, aber auch Lebensmittel einkaufen kann. Im Gemeindezentrum gibt es aber auch andere Läden, wie „S. C. Denisia“, wo Damentrikotagen, Kosmetika und Süßigkeiten angeboten werden. Lebensmittel sind auch in den Läden „S. C. Multiprod“ und „S. C. Luco-Trans“ zu erhalten. Schließlich ist auch die Firma „Barbura-GmbH“ zu erwähnen, die Patisserie-Produkte aus dem eigenen Labor verkauft.

Bis zum Stand des banat-schwäbischen Gewerbes und Handels ist aber noch ein sehr langer Weg. Dieser bestand  aus einer Mühle, einer Ziegelei, einer Holzhandlung, aus 20 verschiedenen Handelsgeschäften (Textilien, Eisenwaren, Kurzwaren, Farben und Lebensmittel), 8 Gaststätten, 10 Fleischhauern, 11 Tischlern, 12 Schmieden, 6 Schlosser, 2 Spenglern, 5 Wagnern, 3 Bäckern, 3 Maurern, 9 Schneidern, einem Orgelbauer, u.v.m. Es scheint aber, als würde heute in Sackelhausen die Politik wichtiger sein, als eine vernünftige Wirtschaft.

August 1993                                                                                                              Anton Zollner
 


„Drei Dinge sind es, ...“

Sackelhausen (heute: Sacalaz; ung.: Szakálháza) liegt auf der Banater Heide, etwa 10 km westlich von Temeschburg entfernt. Die Ortschaft wird von der Landstraße DN 59A Temeschburg - Hatzfeld durchquert, und über die Strecke Temeschburg – Hatzfeld – Kikinda ist sie auch an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Sackelhausen soll laut Gheorghe Drinovan schon 1392 dokumentarisch belegt worden sein, 1479 gehörte die Siedlung zum Tschanader Komitat. Derselbe Autor schreibt, dass 1717 die Siedlung aus 66 Häusern bestand. Einige Jahre später sollen darin 60 walachische Familien gehaust haben. Um 1765 hatte man die Walachen nach Torak umgesiedelt, und anstelle ihrer Hütten sind 300 Kolonistenhäuser errichtet worden. Laut Karl Kraushaar kamen die ersten deutschen Ansiedler 1766 aus Lothringen und Trier. Im selben Jahr ist im neugegründeten deutschen Dorf die Pfarrei gegründet worden, zugleich mit der Einführung der Kirchenmatrikelbücher.

1867 hatte Sackelhausen 3.288 Einwohner, die in ihrer überwiegenden Mehrheit Deutsche waren. 1910 stellten die 3.435 Deutschen einen Bevölkerungsanteil von 94 Prozent. Im November 1940 ließen sich hier 4.030 Personen als deutsche Volkszugehörige registrieren. Nach dem 2. Weltkrieg begann die Zahl der Deutschen unaufhaltsam zu sinken. Bei der Volkszählung von 1977 gab es unter den 4.198 Einwohnern noch 1.967 Deutsche. Sie lebten damals neben 2.103 Rumänen, 92 Ungarn, 5 Zigeunern und 31 Sonstigen. 15 Jahre später, im Januar 1992, bekannten sich im einstigen Schwabendorf von den 3.567 Einwohnern nur noch 48 Personen zum Deutschtum. Der Rest bestand aus 3.369 Rumänen, 68 Ungarn, 60 Zigeunern und 22 Sonstigen. Laut Angaben der Heimatortsgemeinschaft (HOG) Sackelhausen lebten im Februar 1996 im Heimatdorf nur mehr 42 Deutsche.

Deutsche lebten einst auch in den zur heutigen Gemeinde Sackelhausen gehörenden Dörfern Groß- und Klein-Beregsau. In Groß-Beregsau (amtlich: Beregsau Mare; ung.: Berekszó) lebten 1910  338 Deutsche, die einen Bevölkerungsanteil von 14,6 Prozent stellten. Bis 1940 verringerte sich ihre Zahl auf 17, aber 1992 bekannten sich hier von den 1.571 Einwohnern wieder 25 Personen zum Deutschtum. Die Bevölkerungsmehrheit bestand damals aus 1.499 Rumänen. In Klein-Beregsau (amtlich: Beregsau Mic; ung.: Beregszónémeti) lebten im Jahre 1940  43 Deutsche. Bei der Volkszählung von 1992 bekannten sich von den 788 Einwohnern nur 3 Personen zum Deutschtum. Die Zahl der Rumänen belief sich damals auf 500 und die der Serben auf 269.

„Drei Dinge sind es, die uns in Sackelhausen nahe stehen: das Elternhaus, die Schule und die Kirche“, sagte Michael Koppi, der Vorsitzende der HOG Sackelhausen am 29. September 2001 bei der 100-jährigen Jubiläumsfeier der Allgemeinschule, die im Heimatdorf stattfand.

Was nun die Elternhäuser betrifft, befindet sich ein Teil davon im Besitz des rumänischen Staates. Im Januar 1997 konnte man aber in der Temeschburger Tageszeitung „Renasterea banateana“ (Banater Wiedergeburt) lesen, dass das Gemeindeamt (hier als Bürgermeisteramt bekannt) diese nicht immer vorschriftsmäßig verwaltet. Eine Kontrollkommission des Temescher Kreisrats stellte damals unter anderem fest, dass einige der gewesenen deutschen Häuser zwischen 1990 und 1996 an Vorzugspersonen vermietet wurden. Dem 1996 mit 1.575 Stimmen als Kandidat der Demokratischen Konvention (CDR) gewählten Bürgermeister Vasile Cîmpeanu hatte man damals in einem 34-seitigen Protokoll auch viele weitere Schlampereien nachgewiesen.

Im Herbst desselben Jahres sollte das „staatliche“ Haus mit der Nummer 294 abgetragen werden, um auf dessen Stelle eine größere rumänisch-orthodoxe Kirche zu errichten, weil die derzeitige Kirche für die vielen zugewanderten Rumänen zu klein geworden ist. Diesem widersetzte sich der Vizebürgermeister Ionel Mihai Barbura, weil im gemieteten Haus seine Firma „S. C. Barbura SRL“ ihren Sitz hatte. Rechtmäßig konnte ein unter Vertrag vermietetes Haus gar nicht einer Kirche verschenkt werden, um so weniger zum Abriss freigegeben werden. Durch dieses Verfahren wollte der Bürgermeister seinem Kontrahenten „nur eins auswischen“. Durch einen Richterspruch gelang es dem Vizebürgermeister, den Beschluss des Gemeinderats über die Verschenkung des strittigen Hauses an die Kirche rückgängig zu machen. Das Hauptargument dafür war, dass der Enteignete in der neuen Rechtslage in Rumänien die Rückerstattung seine Hauses beantragen könnte.

Da aber zugleich die Kosten für die Errichtung einer neuen orthodoxen Kirche 1997 auf etwa 14 bis 17 Milliarden Lei geschätzt waren, wollte der Temeschburger Metropolit keine finanziellen Mittel zur Verfügung stellen. In der Debatte um die dringende Notwendigkeit eines größeren orthodoxen Gotteshauses ist auch der Vorschlag gemacht worden, die 1772 errichtete katholische Kirche zu erwerben, da es in Sackelhausen „kaum noch katholische Gläubige gibt“. Über den weiteren Verlauf der Dinge zu diesem Thema ist in der banater Presse nichts mehr berichtet worden.

Ausführlicher hat die „Banater Zeitung“ (BZ – eine Beilage der „Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien“) über die „hundert Jahre alte Allgemeinschule“ anlässlich ihrer Jubiläumsfeier berichtet. Einen deutschsprachigen Schulunterricht gab es für die Kinder der Kolonisten schon gleich nach ihrer Ansiedlung. Demzufolge hatte Sackelhausen auch eine „alte Schule“, die aber um die Jahrhundertwende 1899/1900 ihrer Bestimmung nicht mehr gerecht wurde. Ein neues Schulgebäude musste errichtet werden, für dies Kosten in Höhe von 98.000 Kronen sollten die Sackelhausener selbst aufkommen. Der ungarische Staat erklärte sich bereit, die gesamten Kosten zu tragen, aber nur unter der Bedingung, dass Ungarisch die einzige Unterrichtssprache sei. Da die Bevölkerung  diese Bedingung akzeptierte, ist das neue Schulgebäude 1901 errichtet worden, und in der Schule unterrichtete man in ungarischer Sprache bis zum Anschluss dieses Teils des Banats an Rumänien. Nach einem neuen Verbot des deutschsprachigen Unterrichts, das von 1944 bis 1948 dauerte, gab es in Sackelhausen wieder eine deutsche Schule, bzw. eine deutsche Abteilung in der rumänischen Schule. Am Anfang des vorigen Schuljahrs lernten in der heutigen Allgemeinschule 462 Schüler in rumänischer Sprache. Deutsch wird neben Englisch nur als Fremdsprache angeboten.

Die einstigen deutschen Schüler und Lehrer haben aber „ihre“ Schule bis heute nicht vergessen, und darum kamen etwa 60 von ihnen aus Deutschland, um an der Jahrhundertfeier teilzunehmen. Bei dieser Gelegenheit überreichte die HOG Sackelhausen der Schulleitung und dem Bürgermeisteramt einen Gutschein in Höhe von 1.000 DM für den Bau einer Zentralheizungsanlage mit Gasanschluss. Die Feierlichkeit, an der außer ehemaligen Schülern, Lehrer und Vertreter politischer und staatlicher Gremien auch die Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen aus dem Banat und der HOG Sackelhausen teilgenommen haben, begann mit einem Gottesdienst in der Sankt-Michaels-Kirche und einem Totengedenken mit Kranzniederlegung der aus Deutschland angereisten Landsleuten. Hauptredner der Veranstaltung waren der seit 2000 amtierende Bürgermeister Ilie Todasca und der Schuldirektor Ioan Petrica. Das musikalische Programm wurde von der Banater Singgruppe aus Reutlingen und von den Schülern der Schule dargeboten.

Im Unterschied zu den anderen ländlichen Schulen des Banats befindet sich die aus Sackelhausen in einem guten Zustand. Sowohl die Außenfassade als auch die Klassenräume sind gut instandgehalten. Mit der finanziellen Unterstützung des Bürgermeisteramtes und der orthodoxen Kirche sind die Fenster- und Türstöcke der Klassenzimmer erneuert worden, und es wurden auch neue Gardinen angeschafft. Neu ausgestattet hat man auch den Turnsaal, und was besonders auffällt, ist die Einrichtung einer Schulkapelle. Aus dem durch Jahresbeiträge der Schüler entstandenen Klassenfonds konnte man 8 Personal-Computer (PC) anschaffen, die auch einen Internetanschluss erhalten sollten. Die Schüler de 8. Klasse bringen monatlich die Schülerzeitung „Gândacelul“ (Das Käferchen) heraus. Der Schuldirektor wollte schließlich mit seinen Zöglingen auch für Ordnung und Sauberkeit in der Gemeinde sorgen.

In Sackelhausen gibt es seit längerer Zeit auch ein Kinderheim für geistig behinderte Kinder. Die Staatskanzlei aus Nordrhein-Westfalen hatte das zweistöckige Gebäude des Heims für soziale Zwecke errichten lassen und übergab es danach dem karitativen Verein „Speranta“ (Die Hoffnung). Dieser übergab dann das Kinderheim der Einrichtung „Podul cel Lung“ (Die lange Brücke), doch bald musste festgestellt werden, dass keine dieser Einrichtungen imstande war, das Heim richtig zu verwalten. Es gab in dieser Zeit auch mehrere Heimleiter, doch keiner von ihnen hatte sich richtig bewähren können . Schließlich ist das Kinderheim vom Verein „Hilfe für Kinder“ übernommen worden, der eine Zusammenarbeit mit dem Tageszentrum für geistig behinderte Jugendliche der Stiftung „Pentru Voi“ (Für Euch) eingegangen ist. Das Kinderheim sollte bis zum 1. Februar 2001 renoviert und wieder seiner Bestimmung übergeben werden. Drei Institutionen sollten nun dafür sorgen, dass die von der Düsseldorfer Staatskanzlei gegründete Einrichtung ihren Gründungszweck erfüllt: der Temeschburger Verein „Hilfe für Kinder“, das Kollegium „Rijn Ijpel“ aus Holland und der Temescher Kreisrat. Mit Hilfe des Arnheimer Kollegiums ist eine Zentralheizungsanlage angeschafft worden. Die Schüler des Kollegiums, die zu Sozialassistenten ausgebildet werden, hatten die 7.000 DM, die sie während des Sommerpraktikums verdienten, für die Anschaffung der Anlage gespendet. Die Firma „Kermi“ aus Deutschland spendete die nötigen Heizkörper. Auf diese Weise ist es gelungen, entsprechende Bedingungen im Heim zu schaffen, um 8 bis 10 geistesgestörte Kinder in familiären Verhältnissen in die Gesellschaft zu integrieren.

Die Stiftung „Pentru Voi“ hatte im letzten Quartal des Jahres 2001 in Sackelhausen auch eine kleine Backstube eingerichtet, in der behinderte Jugendliche zum Bäckermeister ausgebildet werden. Die Bäckerei soll mit der Erzeugung von Backwaren in diesem Jahr beginnen. Finanziert wird dieses Projekt vom Staatssekretariat für Behinderte.

Februar 2002                                                                                                    Anton Zollner