Es scheint, als hätten die Autoren, die über diese mittelalterliche Burgen geschrieben haben, die Burgen „Trikule“ (ung: Három-torony; rum: Tricule) und „Zinice“ als denselben Wehrbau angesehen. So betrachtete auch Leonhard Böhm die drei Türme der „Trikule“ als die Ruinen der 1443 „erstmals“ erwähnten königlichen Burg „Zinice“, nur weil etwa 4 km stromaufwärts das spätere Dorf „Svinita“ (lies: Swinitza) lag. Gleichzeitig schloss er aber nicht aus, dass die „Trikule“ erst im 16 Jahrhundert errichtet wurde. Laut Dr. Theodor N. Trâpcea soll es aber dokumentarisch belegt sein, dass der ungarische König Sigismund schon 1429 die Burg „Zinice“ dem Deutschen Ritterorden übergeben hat. Dies wird auch vom Hochmeister Nikolaus von Redwitz bestätigt, der am 24. Februar 1430 seinen Vorgesetzten meldete, dass die Besatzung der Burg „Zynicze“ damals aus „40 Personen und 6 Schützen“ bestand. Nach Franz Engelmann soll das Baujahr der Burg (gemeint war „Trikule“) bis zur Zeit unbekannt geblieben sein, aber Funde aus der Römerzeit lassen auf ein „beträchtliches Alter“ schließen. Dr. Trâpcea vertritt sie Meinung, dass „Zinice“ und „Trikule“ zwei verschiedene Burgen waren, die in verschiedenen historischen Epochen errichtet wurden. Dieselbe Meinung vertrat später auch der Archäologe Dorel Bondoc, der die Entstehung der Burg „Zinice“ in der Römerzeit vermutet und die der „Trikule“ im Mittelalter.
Dr. Trâpcea nimmt an, dass die Burg Svinita (was slawisch „Schweinchen“ bedeutet, ursprünglich aber Zinice oder Zynicze hieß) auf einer Anhöhe in der Nähe des späteren Dorfes stand. Dieser Ort, an dem vor zwei Jahrzehnten noch einige Hütten standen, wurde damals als Svinita Veche (Alt-Svinitza) bezeichnet. Beim Bau dieser Hütten verwendete man Mauerreste, und das Fundament einer von diesen soll sogar aus massiven Mauersequenzen errichtet worden sein. Zugleich lagen hier auch einzelne Steine und Mauerstücke verstreut. Diese sollen laut Dr. Trâpcea die Ruinen der eigentlichen Burg Svinita (Zinice, Zynicze) gewesen sein, die wegen Mangels an Wasser aufgegeben wurde. Aus demselben Grund verließen auch die Bewohner Alt-Svinitzas ihre Siedlung und gründeten am Ufer der Donau das Dorf Svinita, das 1970-72 beim Bau des Wasserkraftwerks „Eisernes Tor“ überflutet wurde. Seine Bewohner mussten sich auf den nahegelegenen Anhöhen ein neues Zuhause errichten.
Wie schon der Name der Burg „Trikule“ verrät, bestand dieser Wehrbau aus drei Wehrtürmen (tri kula). Diese standen an dem Ort, wo die Donau die südlichste Spitze des Banats umfließt, bevor sie den Kasan-Pass erreicht. Zwei der drei Türme standen auf der 50 m breiten Fläche zwischen der Landstraße, die von Orschowa nach Neu-Moldova führt, und dem Donauufer. Der dritte Turm stand über der Donau auf einer Felsklippe. Heute sind nur noch die Turmspitzen über dem Wasserspiegel der Donau zu sehen. Dieser Wehrbau soll nach Dr. Trâpcea aus dem 16. Jahrhundert stammen, dafür spricht auch der gute Zustand der Türme, wovon sich der Verfasser dieses Beitrags vor über zwei Jahrzehnten überzeugen konnte. Als Erbauer der aus den Steinen der verlassenen Burg „Svinita“ errichteten Türme nennt der Autor Peter Petrovics (der Mann, der 1514 Georg Dózsa vom Pferde riss und gefangennahm) den Banus, der auch über die Burgen von Lugosch, Karansebesch und Mehadia, wie auch über jene entlang der Donau herrschte. Die Burg wurde an jenem Ort errichtet, um einen Flankenangriff auf die Burgen von Orschowa und Mehadia zu vereiteln, wie auch um das Banat vor dem Eindringen der Türken zu bewahren.
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Die drei Wehrtürme der „Trikule“ (nach Dr. Trâpcea)
Die drei Türme, die 45 km stromaufwärts entfernt standen, erstreckten sich auf einer Fläche von 340 qm. Sie waren durch Palisaden (ein aus dicht nebeneinander in den Boden gestoßenen Schanzpfählen bestehender Schutzzaun) untereinander verbunden, wodurch ein gleichschenkliges Dreieck mit den Maßen 40 m, 40 m und 17 m entstand. Die drei Türme hatten die gleichen Maße von 6,75 x 7 m, und die Wände waren 1,5 m dick, ihre Höhe betrug 15 m. Die zwei Türme auf der Landstraße befanden sich vor ihrer Überflutung in den Jahren 1970-72, in einem guten Zustand. Der Turm, der auf der Felsklippe oberhalb der Donau stand, war so verfallen, dass von seiner Höhe nur noch ein Viertel der ursprünglichen 15 m übriggeblieben ist. Aus der Lage der Fenster und der Löcher in der Wand, in denen einst die Holzbalken befestigt waren, ist zu schließen, dass die drei Türme über je zwei Stockwerke verfügten.
Dieser einzigartige Wehrbau auf dem Gebiet des Banats hat das Eindringen vieler Feinde in diesen Landstrich vereitelt. In der Zeit der österreichisch-türkischen Kriege aus den 17. und 18. Jahrhunderten hausten hier abwechselnd österreichische und türkische Truppen. Die letzten „Bewohner“ der „Trikule“ waren walachische Heiducken (Freischärler), die meist mit den Türken unter einer Decke gegen das österreichische Heer kämpften.
1991 Anton Zollner