MITTELALTERLICHE BURGEN DES BANATS (11)
Die Almascher Burg

Wenn man von Orschowa kommend bei Mehadia links abbiegt, gelangt man in ein Tal, durch das teilweise die Nera (ung.: Nyarad) fließt. Das Tal trennt das südöstliche Almascher Gebirge (Muntii Almajului) vom nordöstlich gelegenen Semenik-Gebirge. Durch dieses Tal schlängelt sich auch die alte Landstraße, die von Mehadia durch die Nera-Klamm in die südliche Banater Ebene (in Richtung Weißkirchen - Serbien) führt. Die strategische Bedeutung dieser Straße hat man aus ältesten Zeiten bis in die Jahre des Zweiten Weltkriegs gekannt und ihre Vorteile genutzt. Eine Abzweigung dieser Straße bei Kohldorf (amtlich: Carbunari; ung.: Szenesfalú) führt über die Lokva-Berge (rum.: Muntii Locvei) – im Volksmund „Georgsberg“ (rum.: Muntele Gheorghe) genannt - bis Altmoldowa (amtlich: Moldova Veche; ung.: Ómoldova) zur Donau.

Etwa 70 km von Mehadia entfernt liegt die rumänische Ortschaft Dalboset (ung.: Dalbosfalva). Oberhalb davon auf der Anhöhe, die „Gradistea“ genannt wird, sind die Ruinen der Almascher Burg, die auch Dalboschetzer Burg genannt wird, zu finden. In früheren Zeiten hieß die Burg auch Halmosd, Halmas oder Almás. Die Burgruinen bilden heute nur noch einen Mörtel- und Steinhaufen, aus dem ein drei Meter hoher Rest des einstigen Wachturms hervorragt. Der viereckige Turm hatte die Maße von 3 x 4 Metern. Die Fläche des Wehrbaus betrug etwa 120 qm. Vor etwa 60 bis 70 Jahren waren auch noch die Außenwände und ein Brunnen erkennbar, ebenso die Öffnung zu einem unterirdischen Gang.

Dokumentarisch belegt ist die Burg laut Dr. Theodor N. Trâpcea seit dem Anfang des 15. Jahrhunderts, als sie im Besitz der geadelten walachischen Familie Gârlisteanu gewesen sein soll. Diese hatte hohe Funktionen in der ungarischen Hierarchie und militärische Aufgaben in Bosnien. 1429 waren der Almascher Burg 293(?) „Knesaten“ und 504 freie Bauern untergeordnet. Dazu schreibt Nikolaus von Redwitz am 24. Februar 1430, als er auch diese Burg übernommen hat: „Halmas das hauws mit siener jegenoth hat 223 knesien, 504 puwern, 32 in der wege huwten und 26 brieffuwrer“. Die königliche Burg ging nach dem Verfall des ungarischen Königreichs durch die türkische Eroberung in den Besitz Siebenbürgens über.

Wie Dr. Trâpcea berichtet, verfügte die walachische Bevölkerung des Almascher Gebietes schon immer über volle Autonomie, und eben darum verteidigte sie sich vor den fremden Eindringlingen. Als Folge dieser Tatsache wurde Eukan Beg, als er 1589 in dieses Gebiet vordrang, von einer kleinen Besatzung der Burg vertrieben. Der Sieg heizte damals die Gemüter so stark auf, dass sich die Bevölkerung auf die Verfolgung der Eindringlinge begab, dabei soll sie auch den Beg umgebracht haben. Die Leute sandten den Kopf Eukan Begs dem siebenbürgischen Fürsten nach Karlsburg (heute: Alba Iulia) als Beweis ihres errungenen Sieges.

Weitere Daten zur Geschichte der Almascher Burg sind dem Verfasser dieses Beitrags nicht bekannt. Man weiß aber, dass in späteren Zeiten in der verlassenen Burg Heiducken (Freischärler) hausten. Da sie als verlassene Burg nicht mehr nicht mehr instandgehalten wurde, ist sie dem Verfall preisgegeben worden.

1991                                                                                                                  Anton Zollner

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