Die Gemischtwarenhandlung von Ferdinand Neiszt,
der das Geschäft von Manó Maitinsszky übernommen
hat.
Im Bild von links nach rechts: 2.- Wilhelmine Neiszt
(die Tochter des Eigentümers - verh. Stark-Prexl),
3.- ? Schörnig mit Kind, 5.- Ferdinand Neiszt, 6.-
Elisabeth Neiszt (geb. Zdiarszky - Gattin)
und 7.- Anna Hengelmann (geb. Zdiarszky - Schwester von
Elisabeth)
Drei Jahrzehnte später, 1928, war laut Geier im Bukarester Jahrbuch für Rumänien folgender Handelsstand verzeichnet: Holzhandlungen: Josef Prexl (eine große) und „Timisana"-Bank (eine kleine); Stoff- und Kurzwarenhandlung: Georg Tasch; Galanteriewarenhandlung: Cotta und Aschenbach (=Achenbach?); Gemischtwarenhandlungen: Adam Brand, Arpad Hetzler, Karl Merescu, Stefan Pavelek & Söhne, Georg Stricker, Peter Tullius, Sandor Vincze und Coloman Zdiarszky; Huthandlung: Friedrich Schöring (=Schörnig?); En-gros-Handlung: Adolf Philipp; Weinhandlungen: Adam Albert und Stefan Sperk; Wirtshäuser: Adam Albert, Ciprian Piroska, Peter Tullius und Isidor Wolffner; Gastwirtschaften: Johann Kolling (mit Tanzsaal), Franz Lukasz (mit Tanzlokal), Elisabeth Poth (mit Geschäft), Emil Schmidt (mit Tanzsaal und Kino), Stefan Sperk (mit Tanzsaal), Ferdinand Tasch (mit Tanzsaal und Kino) und Josef Tasch (mit rumänischem Casino); Restaurants: Emil Schmidt und Josef Tasch; Hotel mit Kaffeehaus: Tasch und Schmidt; Lichtspielhaus: Erste Temesch-Rekascher Sparkassa AG.
Franz Lukasz's Gastwirtschaft mit Tanzlokal im Jahre 1920
Heute umfasst der Handel in Rekasch und den sechs eingemeindeten Ortschaften
23 Geschäfte, 6 Gaststätten und Wirtshäuser, 2 Konditoreien
und 3 Kioske, die alle in einem lamentablen Zustand sind. Alle gehören
der Rekascher Konsumgenossenschaft, und so dem „sozialistischen Sektor"
an.
Die Anfänge der Rekascher Industrie sind wahrscheinlich schon
17. Jahrhundert zu suchen. Dies ist nur eine Schlussfolgerung, die aus
der Tatsache gezogen wird, dass 1727 verordnet wurde, alle Wassermühlen
an der Bega zwischen Rekasch und Toplowetz abzutragen, um die Entwässerung
der Umgebung zu beschleunigen, also dem Wasser einen schnelleren Lauf zu
sichern. Daraus folgt, dass in Rekasch schon damals Betreiber von Wassermühlen
ansässig waren.
Dr. Stitzl behauptet, dass in der Zeit der Einwanderung der Deutschen,
in Rekasch keine Mühle existiert haben soll, da „unsere Ahnen ihr
Getreide in den sogenannten Löffelmühlen, deren Piloten noch
vor etlichen Jahrzehnten sichtbar waren", mahlten. Eine Mühle sollte
erst in späteren Jahren auf dem Terrain des heutigen Friedhofs errichtet
worden sein, die aber schon 1861 abbrannte. 1877 und 1879 wurde je eine
Windmühle auf der Basoscher Straße bzw. am Ortsrand, neben der
Temeschburger Landstraße erbaut. 1899 sind diese aber schon als Dampfmühlen
erfasst, deren Eigentümer Simon Scheer bzw. Andreas Stark & Co.
waren. Scheer erwarb die Mühle von Kuzserics, dessen Vorgänger
aber Weigel war. Scheer war der letzte Besitzer dieser Mühle, die
er dann selbst aufgab. 1899 gründete eine Aktiengesellschaft auf der
Lugoscher Landstraße die „Erste Rekascher Walzdampfmühle". 1924
gibt Dr. Stitzl Franz Tasch und Michael Spier als Inhaber dieser Mühle
an. Von ihnen wurde 1948 die Mühle enteignet und später wurde
sie abgetragen. Heute steht nur noch der Bau der Stark'schen Mühle,
die eine Zeit lang auch elektrischen Strom für die Gemeinde lieferte.
Ihre letzten Eigentümer waren Andreas Stark & Nikolaus Tasch.
1948 wurde auch diese Mühle enteignet und gleich danach außer
Betrieb gesetzt.
1894 wurde die „Erste Rekascher Ziegelfabrik" auf der Basoscher Straße
errichtet. Dreißig Jahre später arbeitete diese Fabrik laut
Dr. Stitzl mit zwei 100-PH-Dieselmotoren und beschäftigte in der Hauptsaison
150 bis 200 Arbeiter. Anfangs war sie eine Aktiengesellschaft, danach wurde
sie Eigentum der Rekascher Bezirks-Volksbank AG, und schließlich
ging sie in Privatbesitz über. Eigentümer dieser Fabrik war 1928
Ferdinand Großmann. Danach wurde sie wieder Eigentum einer Aktiengesellschaft,
von der man sie 1948 enteignete. Seitdem ist die Ziegelfabrik als eine
Abteilung des Temeschburger Betriebs für Lokalindustrie in Betrieb.
1901 ist in Rekasch auch eine Milchgenossenschaft gegründet worden,
die sich aber nach kurzer Zeit wieder auflöste. In den zwanziger Jahren
wurde die Milch von Wilhelm Bolczek verarbeitet. Ab 1923 erzeugte eine
Zeit lang auch eine italienische Genossenschaft Käse. Diese Tätigkeit
wurde mit mehreren Unterbrechungen und den gegebenen Zeiten angepasst bis
in unsere Tage weitergeführt.
Die Errichtung eines weiteren industriellen Betriebs scheiterte 1902,
als Dr. Lendl in Rekasch eine Konservenfabrik errichten wollte. Laut Geier
funktionierte 1899 hier auch eine Dampfsäge, deren Eigentümer
die Holzhandlung Baiersdorf & Biach war. So wie in den meisten Ortschaften
des Banats waren auch in Rekasch „Sodafabriken" vorhanden, die die Bewohner
der Großgemeinde mit dem geschätzten „Sodawasser" versorgten.
1899 gab es hier zwei Sodawasserhersteller: Josef Politzer und Johann Schönberger.
Im Jahrbuch 1928 fand Luzian Geier nur mehr die „Sodawasserfabrik" Schönberger
& Söhne verzeichnet. Heute wird hier das nötige Sodawasser
von der Außenstelle einer Temeschburger Produktionsgenossenschaft
erzeugt.
Außer den genannten industriellen Einheiten sind heute in Rekasch
auch noch zwei Außenstellen von Temeschburger Betrieben vorzufinden:
die der Schuhfabrik „Modern" (die in der gewesenen Stark'schen Mühle
eingerichtet wurde) und die des Betriebs für Weinverarbeitung und
für alkoholische Getränke (gewes. „Vinalcool") in den verstaatlichten
Weingärten.
Zum Schluss sollen hier auch die 1928 verzeichneten Dreschmaschinen-Besitzer
erwähnt werden. Diese sind: Anton Henschel, Heinrich Richter, Franz
Schrauder, Andreas Stark, Matthias Szeles und Koloman Wawrinsky. Heute
befinden sich alle landwirtschaftliche Maschinen im Besitz des Staates
und werden von einer Station für Mechanisierung der Landwirtschaft
(SMA) verwaltet und betreut.
Juni 1990
Anton Zollner