Die Elisabethstädter Pfarrkirche

Die am heutigen Nicolae-Balcescu-Platz (gew.: Grundhausplatz; ung.: Telekház tér; von 1921 bis 1947: Lahováry-, danach J.-B.-Tito-Platz), also die in der Mitte des Temeschburger Stadtviertels Elisabethstadt, stehende Pfarrkirche ist der jüngste Sakralbau der Banat-Metropole. In den früheren „Deutschen Maierhöfen“ – seit 1744 Stadtteil Temeschburgs, aus dem später die Elisabethstadt entstanden ist – soll laut Dr. Mathias Weifert schon 1767 eine römisch-katholische Kirche gegeben haben. Diese soll aber wegen Baufälligkeit abgerissen worden sein.

Ein Jahr nachdem der Stadtteil 1898 zu Ehren der österreichischen Kaiserin und ungarischen Königin Elisabeth den Namen Elisabethstadt erhielt, soll laut Dr. Ioan Hategan hier ein Kirchenbauverein gegründet worden sein mit dem Zweck, eine Pfarrkirche zu errichten. Die katholischen Gläubigen waren damals von der Josefstädter Pfarrei betreut. Zu den Förderern des Kirchenbaus gehörten auch der damalige Bischof Alexander von Dessewffy de Csernek et Tarkeö, der 50.000 Kronen gespendet hat, und der Temeschburger Bürgermeister Dr. Karl Telbisz, der neben einer Spende in Höhe von 80.000 Kronen auch 60.000 Ziegeln vom Abriss der Piaristenkirche (der früheren Franziskanerkirche) zur Verfügung stellte. 1902 kaufte das Temeschburger Ratshaus das nötige Baugrundstück für 17.000 Kronen von Georg Buresch und schenkte es dem Stadtteil Elisabethstadt. Noch im selben Jahr, am 12 Juni ist der Grundstein des Gotteshauses gelegt worden, aber die erste Bauetappe folgte erst in den Jahren 1913-14. Laut Dr. Hategan soll die Bautätigkeit wegen unerwarteter Schwierigkeiten verzögert worden sein. Wegen des aufgetretenen Grundwassers musste das Fundament des nördlichen Turms um drei Meter vertieft werden. Nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs musste die Bautätigkeit eingestellt werden, so dass der Sakralbau erst 1919 fertiggestellt werden konnte. Demzufolge ist dieses Gotteshaus zur Zeit die letzte römisch-katholische Kirche, die in Temeschburg errichtet wurde.

Die Elisabethstädter Pfarrkirche - 1989

Die Kirche, die für die Aufnahme von 2.000 Personen geplant wurde, hat eine Länge von 52 Metern, eine Breite von 32 Metern, und die Höhe (inklusive Türme) beträgt 57 Meter. Die elektrisch betriebene Turmuhr stammt von Kálmán (Koloman) Földessy. Ebenfalls von Dr. Hategan ist zu erfahren, dass die aus der Seminarskirche stammenden Glocken zum ersten Mal am 15. August 1919 bei der Konsekrierung des Gotteshauses durch Bischof Julius Glattfelder aus dem Turm der Elisabethstädter Kirche erklangen. Kurz nach der Kirchenweihe ist auch die Elisabethstädter Pfarrei gegründet worden.

Die Baupläne des Sakralbaus stammen vom Architekten Karl Salkovics, und die Bauarbeiten wurden von den Firmen Adalbert Schmidt und Johann Bagyánsky durchgeführt. Der Baustil ist rein gotisch, und charakteristisch für den Bau sind die Symmetrie, die vernünftige Einteilung der Seitenteile und die zwei schlanken und hohen Türme. Die Innenmaße sind proportioniert; die Seitenteile haben zwei auf den zwei Säulengängen angelegte Stufengalerien. Durch die darüber befindlichen bunten Glasfenster wird ein dekorativer Lichteffekt erzielt. Ein besonderes Schmückstück bilden der Haupt- und die vier Seitenaltäre. Sie sind vom Südtiroler Ferdinand Stuflesser aus Holz im neugotischen Stil geschnitzt worden.

Das Ordenshaus der Salvatorianer -1989

1921 ließen die Salvatorianer an der Rückseite auf der Kirche - auf der damaligen Wilhelm-Mühle-Gasse (heute: 1 Decembrie 1918-Str.) - ihr Ordenshaus im selben Stil errichten, das ihnen als Sitz dienen sollte. Bis 1948 war in diesem Gebäude auch das Privatlyzeum „Missio“ untergebracht. Heute befindet sich in diesem enteigneten Haus der Sitz des Temescher Kreisverbands der Konsumgenossenschaften.

Juni 1990                                                                                                                    Anton Zollner